CONCERTI FOR STRINGS
EVARISTO DALL’ABACO (1675 – 1742)
Cappella Coloniensis
Günther Wich · György Fischer
1CD · PC: 01 · PE:190
UPC: 811691011905
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Wie „Rubine aus dem Orient“, Schätze die – sollte es notwendig sein – jederzeit leicht ins Exil mitgenommen werden können, scheinen auch einige Musikkompositionen absichtlich ortsunabhängig zu sein, sind sich aber gleichzeitig ihrer Bedeutung und Größe wohl bewusst. Evaristo Felice dall’Abaco (1675–1742), war in besonderem Maß stolz auf seine Herkunft und fügte seiner Signatur jeweils die Worte “Cittadino veronese” (“Bürger von Verona”, seiner Geburtsstadt) hinzu. Dall’Abaco war tief in der italienischen Musiktradition verwurzelt, so ist es belegt, dass er bei Guiseppe Torelli (1658-1709) studierte, einem der wichtigsten Begründer des Barocken Concertos und des Concerto Grosso. Trotz dieser starken Beeinflussung seines Werkes bleiben dall’ Abacos Konzerte leicht, flink, in sich abgeschlossen und unaufdringlich – alles Elemente des französischen Stils. Wie konnte sich der italienische Musiker, der so sehr auf seine Wurzeln bedacht war, zu einem Komponisten herrlicher französischer Concerti entwickeln? Im Jahre 1704 trat dall’Abaco als Kammermusiker in den Dienst des bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Dieser war ein recht streitsüchtiger Herrscher und seine militärischen Niederlagen machten wiederholt den Gang ins Exil notwendig. Nach nur wenigen Monaten in München musste dall’Abaco mit dem gesamten Hofstaat Maximilians in die Niederlande, daran anschließend nach Brüssel, Mons und Compiegne fliehen. Erst 1715 kehrte man nach München zurück. Dall’Abacos Concerti Op. 2, komponiert im Jahr 1714 sind daher während der Flucht entstanden. Die Prägnanz und Gediegenheit der Konzerte spiegeln den am Hofe Maximilians vorherrschenden französischen Geschmack wider.
Like “rubies from the Orient,” easily transported in the memory in case sudden exile becomes necessary, some musical compositions seem self-consciously portable, highly aware of their own scale and the size of their impact. Evaristo Felice dall’Abaco (1675–1742), was ardently proud of his origins, always adding the words when signing his name: “Cittadino veronese” (“Citizen of Verona,” his birthplace). dall’Abaco was steeped in Italian musical tradition; he reportedly studied with Giuseppe Torelli (1658 –1709), the eminent developer of the Baroque concerto and concerto grosso. Despite these strong influences, dall’Abaco’s concertos are light, fleet, self-contained, and discreet, all elements of the French style. How did an Italian musician so attached to his roots become a purveyor of such delightfully Gallic-flavored concertos? In 1704 dall’Abaco joined the court of Maximilian II Emanuel, Elector of Bavaria as chamber musician. Maximilian (1662 -1726) was a feisty ruler whose military failures made multiple exiles urgent. After only a few months in Munich, dall’Abaco along with Maximilian’s whole court had to flee to the Netherlands, then to Brussels, Mons, and Compiegne. They all returned to Munich only in 1715. dall’Abaco’s Concertos, op. 2, composed in 1714, are therefore music on the run, to a certain extent. The concertos’ concision and tastefulness are also reflections of the dominant French taste of Maximilian’s court.
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