ORGAN CONCERTO · ORGELKONZERT

ORGAN CONCERTO · ORGELKONZERT

MICHAEL HAYDN (1737 – 1806)

3 Sinfonien · 3 Symphonies
Franz Lehrndorfer
Cappella Coloniensis · Wilfried Boettcher

1CD · PC: 01 · PE:193
UPC: 811691011936


Wolfgang Amadeus Mozart, ein scharfer Richter wenn es um Tanzmusik ging, fand die Menuette aus der Feder von Michael Haydn (1737-1806), dem jüngeren Bruder von Joseph Haydn (1732-1809), bestechend. In einem Brief an seine Schwester Nannerl aus dem Jahre 1770 brachte er seine Bewunderung für den jungen Haydn zum Ausdruck, obwohl Vater Leopold gehässige Bemerkungen über den Hang des Komponisten, bei der Arbeit zu trinken abgab. Von einem Orgelkonzert schrieb er 1777, die Darbietung Haydns sei „hundsmiserabel“ gewesen, was an einer „leichten Trunkenheit, die dazu führte, dass sich sein Kopf nicht mit den Händen einig wurde“ gelegen habe. Die schwindelerregende, berauschte Leidenschaftlichkeit des Tanzparketts kann man in Haydns Kompositionen, die auf dieser erfrischenden CD Produktion versammelt sind, spüren. Haydns Symphonie No. 35 in G-Dur begeistert ebenso wie seine Symphonie No. 11 in B-Dur die er 1766 in Salzburg verfasste (und die man lange seinem Bruder Joseph zuschrieb) und wie die Symphonie No. 41 in A Dur, komponiert 1789 in Salzburg. Alle diese spannenden, energiegeladenen Kompositionen sind geschickt für 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Hörner und Streicher geschrieben. Ebenfalls in Salzburg, wo Haydn 1762 nach einer kurzen Periode in Großwardein zum Kapellmeister ernannt wurde, entstand sein Concerto in C-Dur für Orgel und Bratsche. In diesem Stück zeigt sich sein bestechendes Gespür für den musischen Dialog, zumal hier die Akustik viel ausgewogener ist als in der Bearbeitung für Bratsche und Cembalo. Trinker oder auch nicht, es steht außer Zweifel, dass Michael Haydn, dem wir neben seinen ausgelassenen Instrumentalmusikwerken auch ein reiches Schaffen im Bereich der Kirchenmusik verdanken, als Komponist bewundert und in Ehren gehalten werden sollte.
Wolfgang Amadeus Mozart, a keen judge of dance music, found the minuets composed by Michael Haydn (1737–1806), the younger brother of Franz Josef Haydn (1732 –1809), irresistible. In letters to his sister Nannerl in 1770, Wolfgang expresses his admiration for the younger Haydn’s work, even though their father Leopold wrote catty comments about the composer’s penchant for drinking on the job, describing in 1777 an organ performance in which Michael Haydn played “abominably” due to a “slight tipsiness, which made his head and hands refuse to agree.” The giddy, inebriated impulsiveness of the dance floor may be sensed in Haydn’s works as heard on this invigorating CD. Haydn’s Symphony No. 35 in G major is as zesty as his Symphony No. 11 in B-flat major, written in Salzburg in 1766 (once attributed to his brother Joseph) and his Symphony No. 41 in A major, written in Salzburg in 1789. All of these tensile, energetic works are deftly scored for 2 oboes, 2 bassoons, 2 horns, and strings. Also written in Salzburg, where Haydn was named Kapellmeister in 1762 after a stint at Großwardein, his Concerto in C major for Organ and Viola shows a charming sense of musical dialogue, far better balanced acoustically than the alternate version of the same work for viola and harpsichord. Drunk or not, Michael Haydn, who also produced a rich legacy of sacred works in addition to these exuberant instrumental pieces, is clearly a composer to be admired and cherished.

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